Verkehrszahlen

Analyse der Verkehrszahlen in Obfelden und Ottenbach.

Der Verkehr in Obfelden und Ottenbach ist vor allem hausgemacht

Wer die Verkehrserhebungen im Raum Obfelden / Ottenbach etwas genauer analysiert, sieht, dass die Verkehrszunahme nicht aus dem Kanton Aargau stammt. Die Zunahmen über die beiden Reussbrücken bei Obfelden und Ottenbach sind mit je ca. 500 Fahrzeugen seit 2005 relativ gering.
Eine umfassende Analyse bezieht auch die Verkehrserhebungen im Kt. Aargau mit ein. Diese wurden im Kt. Zürich bisher nicht berücksichtigt. Ist es Unkenntnis oder Absicht, weil die Erkenntnisse daraus nicht genehm sind?
Die vom Kt. Aargau erhobenen Daten zeigen, dass der kantonsgrenzen-überschreitende Verkehr insgesamt nicht zu- sondern sogar abgenommen hat. Der Verkehr aus dem Kelleramt (Jonenstrasse) hat seit 2005 deutlich (um fast 2000 Fahrzeuge) abgenommen. Die Verkehrsmenge, welche die Kantonsgrenze überquert ist seit 2005 also insgesamt um 800 Fahrzeuge oder 5% vermindert worden. Was ist das Fazit? Die grosse Verkehrszunahme geschieht somit in Obfelden und Ottenbach selber. Dieser Verkehr ist hausgemacht und wird auch durch die den Autobahnzubringer Obfelden/Ottenbach nicht verlagert. Er muss mit verkehrsberuhigenden Massnahmen auf dem bestehenden Strassennetz reduziert und verträglicher abgewickelt werden.

Durchschnittlicher Tagesverkehr DTV über die Kantonsgrenze AG/ZH

2005

2008

2009

2010

2011

Zählstelle Ottenbach - Muristrasse

5'620

5'400

5'310

5'665

6'070

Zählstelle AG Ottenbach - Jonenstrasse 1)

6'327

6'105

4'211

4'010

4'544

Zählstelle AG Obfelderstrasse in Merenschwand 1)

4'946

4'763

4'940

5'329

5'482

Total

16'893

16'268

14'461

15'004

16'096

Veränderung Belastung (2005=100%)

100%

96%

86%

89%

95%

1)         Die Erhebungen aus dem Kt. Aargau sind unter www.ag.ch/verkehr abrufbar.

Weniger Verkehr in Ottenbach – eine Umfahrung für 3000 Fahrzeuge?

Die Engelkreuzung in Ottenbach hat 4 zu- bzw. wegführende Strassen. Summiert man alle Verkehrszahlen und teilt sie durch zwei (da ja alle Autos auf der Zu- und Wegfahrt zweimal gezählt werden), so zeigt sich folgende Belastung der Kreuzung.

Ottenbach

2005

2008

2009

2010

2011

Muristrasse (Ottenbach)

5'620

5'400

5'310

5'665

6'070

Jonenstrasse (Kantonsgrenze)

6'327

6'105

4'211

4'010

4'544

Ottenbacherstrasse (Zwillikon)

3'960

4'000

4'690

3'845

3'774

Affolternstrasse (Ottenbach)

6'680

5'990

5'330

7'390

7'470

Total

22'587

21'495

19'541

20'910

21'858

Belastung Kreuzung (= 1/2 der Summe aller zu- und wegführenden Strassen)

11'294

10'748

9'771

10'455

10'929

Veränderung Belastung (2005=100%)

100%

95%

87%

93%

97%

11'000 Fahrzeuge benützen täglich die Engelkreuzung.
Gegenüber dem Jahr 2005 hat der Verkehr zuerst um 13% abgenommen und nun wieder um 10% zu. Er liegt immer noch unter dem Wert von 2005 (97%).
Mit der Eröffnung der Autobahn A4 haben sich die Verkehrsströme etwas verändert. Die Verbindung nach Jonen hat deutlich an Frequenzen verloren, die Verbindung nach Zwillikon / Hedingen hat leicht abgenommen.
Eine deutliche Zunahme (+800 Fahrzeuge) verzeichnet die Affolternstrasse. Da der Verkehr auf den Zulaufstrecken aber insgesamt abgenommen hat, so muss interpretiert werden, dass es sich bei dieser Zunahme v.a. um Ziel- und Quellverkehr handelt.
Die Ottenbacherinnen und Ottenbacher fahren also häufiger zum Autobahnanschluss Affoltern und weniger häufig über Jonen – Oberlunkhofen oder über Zwillikon – Hedingen Richtung Zürich.
Ein Umfahrung von Ottenbach kann diesen Verkehr aber nicht übernehmen.
Von den ca. 6'000 Fahrzeugen, welche über die Reussbrücke fahren, könnten lediglich ca. 50% oder 3'000 von der Umfahrung profitieren.

Falsche Versprechungen für die Schulwegsicherheit in Obfelden

In Obfelden kommen ca. 5'000 Fahrzeuge über die Reussbrücke. Beim Hirschen sind es knapp 10'000 Fahrzeuge, welche mit den 5'500 von Bickwil her zusammengeführt werden. (Zählstelle Muristrasse bei A4 -> 15'000 Fahrzeuge)
Es ist auch anzunehmen, dass ein Teil des Verkehrs der über die Reussbrücke fährt Ziel- oder Quelle in Obfelden hat. Diese werden nach wie vor die Dorfstrasse benützen. Von den 5'000 Fahrzeugen können also geschätzte 4'000 Fahrzeuge auf die Umfahrung gelenkt werden. Der gesamte restliche Verkehr verbleibt aber im Dorf.
Der Verkehr in Obfelden (Toussen) ist also zu 50%- 70% hausgemacht.
Zusätzlicher hausgemachter Verkehr zirkuliert innerhalb von Obfelden ohne die beiden Zählstellen am Ende des Dorfes zu passieren.
Dieser Anteil ist wegen der ungünstigen Siedlungsstruktur als langgezogenes Strassendorf sicherlich sehr hoch.
Es kann also plausibel nachgewiesen werden, dass deutlich mehr als 50% des Verkehrs in Obfelden hausgemacht ist.
Die Argumentation der Befürwortet greift also für die Schulwegsicherung nicht. Auch der hausgemachte Verkehr ist gefährlich und muss beruhigt werden und zwar sofort und nicht erst nach dem Bau der Umfahrungsstrasse.
Wer sich für sichere Schulwege einsetzen will, muss dafür sorgen, dass die Dorfstrasse heute bereits sicherer wird. Der Ziel und Quellverkehr sowie der dorfinterne Verkehr soll minimiert und verträglich abgewickelt werden. Dazu sind folgende Massnahmen geeignet:

· Tempo 30 auf der Ortdurchfahrt.

· Busbevorzugung durch bauliche und organisatorische Massnahmen

· Zusätzliche Querungsstellen, mit Mittelinseln

· Gestalterische Aufwertung der Ortsdurchfahrt (z.B. durch einen Wettbewerb)

· Erhebung des dorfinternen Verkehrs und erarbeiten eines Konzeptes zu dessen Reduktion

60% Zürcher Autokennzeichen beim Hirschen

Da der Kanton in seinen Verkehrszählungen nicht unterscheiden kann, von wo die Fahrzeuge kommen und wohin sie fahren, hat die IG «erholen statt überholen» am Dienstag, 21. August 2012 eine Zählung durchgeführt, in der nach Kantonskennzeichen unterschieden wurde. Je nach Zählort und Richtung wurden bis zu 65% Zürcher Kennzeichen gezählt, was auf einen sehr hohen Anteil von Hausgemachtem Verkehr deutet, welcher auch mit dem Autobahnzubringer weiterhin durch die Dörfer fahren wird.
Bei der Verzweigung Hirschen in Obfelden wurde zwischen 16 und 18 Uhr an zwei verschiedenen Stellen (Muristrasse und Dorfstrasse) in beide Richtungen gezählt. Ein besonders klares Bild ergab sich an der Dorfstrasse. Von den dort gezählten 1723 Fahrzeugen waren 1060 mit einem Zürcher Kennzeichen unterwegs, was einem Anteil von 62% entspricht. Diese würden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den Autobahnzubringer nicht benutzen und weiterhin durch bzw. ins Dorf fahren.
An der Muristrasse wurden 1200 Fahrzeuge gezählt, davon 554 mit ZH-Kennzeichen. Diese 46% werden voraussichtlich nie auf der sogenannten Umfahrung Ottenbach zu finden sein und auch viele Aargauer werden nach Jonen und nicht in Richtung Muri fahren.
Man kann also sagen, dass höchstens die Hälfte der Fahrzeuge die den Hirschen passieren, den Autobahnzubringer benutzen werden. Auf den Tag hochgerechnet, es verkehren 15'000 Fahrzeuge zwischen Autobahn und Hirschen, wären das 7'500 ausserkantonale Fahrzeuge. Diese Verteilen sich dann aber noch auf die Richtungen Merenschwand, Jonen und Birri/Muri. Für den letztgenannten Anteil soll das sogenannte Teilstück Umfahrung Ottenbach gebaut werden? Eine neue Strasse für wenige Fahrzeuge durch die Natur? Und trotzdem werden immer noch Tausende von Autos in unseren Dörfern herumfahren?

 

ZH

AG

Andere

LKW

Total

Muristrasse, von Bickwil

218

55%

74

19%

94

24%

8

2%

394

Muristrasse, nach Bickwil

336

42%

333

41%

128

16%

9

1%

806

Muristrasse Total

554

46%

407

34%

222

19%

17

1%

1’200

Dorfstrasse, von Obfelden

434

65%

95

14%

118

18%

25

4%

672

Dorfstrasse, nach Obfelden

626

60%

267

25%

125

12%

33

3%

1'051

Dorfstrasse Total

1'060

62%

362

21%

243

14%

58

3%

1'723

Total

1’614

55.2%

769

26.3%

465

15.9%

75

2.6%

2’923

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